Der weltweite Automobilriese Mercedes-Benz hat die offizielle Eröffnung seiner neuen flexiblen, digitalen, effizienten und nachhaltigen Fabrik 56 angekündigt.

Mit einer Investition von rund 730 Millionen Euro ist das Werk im Mercedes-Benz Werk in Sindelfingen ein klares Bekenntnis zu Deutschland als Wirtschaftsstandort. Insgesamt investiert Mercedes-Benz am Standort Sindelfingen rund 2.1 Milliarden Euro. Gleichzeitig steigert das Unternehmen die Effizienz in Fabrik 56 gegenüber der vorherigen S-Klasse-Baugruppe um 25 Prozent.

Mercedes-Benz kündigt die Eröffnung der Fabrik 56 an

Die Produktion in Fabrik 56 zeichnet sich durch maximale Flexibilität aus; Dies gilt sowohl für die Anzahl der produzierten Modelle und das Produktionsvolumen als auch für die Materialflüsse. Neue Modelle - von Kleinwagen bis SUVs, von konventionellen über Plug-in-Hybrid bis hin zu Elektroantrieb - können in wenigen Tagen in die Serienproduktion integriert werden.

Möglich wird dies unter anderem durch das innovative Energiekonzept mit einer Photovoltaikanlage, einem Gleichstromnetz und Energiespeichersystemen auf Basis wiederverwendeter Fahrzeugbatterien. In der gesamten Montagehalle wurden innovative Technologien und Prozesse konsequent und umfassend implementiert, um die Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit bestmöglich zu unterstützen.

Mercedes-Benz kündigt die Eröffnung der Fabrik 56 an

Insgesamt hat Mercedes-Benz seit 2.1 rund 2014 Milliarden Euro investiert, um eine zukunftsorientierte Basis für das Automobilwerk und die dortigen Verwaltungsbereiche zu schaffen. Davon entfallen rund 730 Millionen Euro auf das Werk 56, das Teil des Mercedes-Benz Werks Sindelfingen ist. Die Investitionen sind ein klares Bekenntnis zu Deutschland als Wirtschaftsstandort und sichern langfristig Arbeitsplätze in der Region.

Maximale Flexibilität dank eines innovativen Montagesystems

Das wichtigste Merkmal von Factory 56 ist maximale Flexibilität. Auf nur einer Ebene kann Factory 56 alle Montageschritte für Fahrzeuge unterschiedlicher Bauart und Antriebssysteme ausführen - vom konventionellen bis zum vollelektrischen Antrieb. Zunächst wird die neue Generation der Mercedes-Benz S-Klasse-Limousine mit langem Radstand in Werk 56 vom Band laufen.

Mercedes-Benz kündigt die Eröffnung der Fabrik 56 an

Die Montagehalle ist zu 100 Prozent flexibel, so dass alle Mercedes-Benz Modellreihen je nach Bedarf in kürzester Zeit in die laufende Produktion integriert werden können - vom Kleinwagen bis zum SUV.

Das Montagesystem der Zukunft verleiht der gesamten Produktion eine flexiblere Struktur. Zwei sogenannte TecLines dienen dazu, Fixpunkte im Montageprozess zu vermeiden und so die Flexibilität der gesamten Fabrik zu verbessern. Sie bringen alle komplexen Anlagentechnologien an einem Punkt zusammen. Dies bedeutet, dass Umbauarbeiten, die beispielsweise durch die Integration neuer Modelle erforderlich werden, in den anderen Bereichen der Montagehalle einfacher durchzuführen sind.

Intelligente Produktion wird Realität

Factory 56 verwirklicht die Vision einer intelligenten Produktion bei Mercedes-Benz Cars. Das Herzstück aller Digitalisierungsaktivitäten ist das digitale Ökosystem MO360, das erstmals in Factory 56 in vollem Umfang genutzt wird. MO360 umfasst eine Familie von Softwareanwendungen, die über gemeinsam genutzte Schnittstellen und standardisierte Benutzeroberflächen in Echtzeit verbunden sind Daten zur Unterstützung der weltweiten Fahrzeugproduktion von Mercedes-Benz Cars.

Mercedes-Benz kündigt die Eröffnung der Fabrik 56 an

Es bietet beispielsweise eine deutlich optimierte KPI-basierte Produktionssteuerung. Außerdem werden jedem Mitarbeiter individuelle, bedarfsgerechte Informationen und Arbeitsanweisungen in Echtzeit zur Verfügung gestellt. Wichtige Elemente von MO360 werden bereits in mehr als 30 Werken weltweit eingesetzt. MO360 kombiniert Effizienz- und Qualitätswerkzeuge in einer Funktionseinheit für maximale Transparenz in der hochdigitalisierten Automobilproduktion

Maschinen und Produktionsanlagen sind im gesamten Werk miteinander verbunden. Die meisten von ihnen sind bereits Internet-of-Things (IoT) -fähig. Diese 360-Grad-Konnektivität erstreckt sich nicht nur über Factory 56 selbst, sondern auch über die gesamte Wertschöpfungskette hinaus: Digitale Technologien wie Virtual Reality oder Augmented Reality wurden bereits bei der Entwicklung und Planung von Factory 56 eingesetzt und helfen auch bei der Serienerstellung Produktion flexibler und effizienter.

Nachhaltige Produktion in umfassendem Umfang

Wie bei der Digitalisierung wird Nachhaltigkeit in Factory 56 umfassend betrachtet und umgesetzt. Dazu gehört neben einer umweltverträglichen, ressourcenschonenden Produktion auch die soziale Verantwortung, stets unter Berücksichtigung der Kosteneffizienz.

Ressourcenschonung und Reduzierung des Energieverbrauchs sind die Eckpfeiler dieses Ansatzes. Die Fabrik 56 ist von Anfang an CO2-neutral und wird somit eine kohlenstofffreie Fabrik sein. Insgesamt ist der Gesamtenergiebedarf von Factory 56 um 25 Prozent niedriger als der anderer Montageanlagen. Auf dem Dach der Fabrik 56 befindet sich eine Photovoltaikanlage, die das Gebäude mit selbst erzeugtem, grünem Strom versorgt.

Eine stationäre Energiebank auf Basis von Fahrzeugbatterien ist ebenfalls an das Gleichstromnetz angeschlossen. Mit einer Gesamtkapazität von 1,400 kWh dient es als Puffer für überschüssigen Solarstrom aus der Photovoltaikanlage. Moderne Beleuchtung bestehend aus LEDs und einer innovativen Blue-Sky-Architektur, die es den Mitarbeitern ermöglicht, bei Tageslicht zu arbeiten, schafft eine angenehme Arbeitsatmosphäre und spart gleichzeitig Energie.

Das Hauptgebäude der Fabrik 56 ist ein architektonisches und auch nachhaltiges Highlight. Die Betonfassade besteht erstmals aus recyceltem Beton aus Abbruchmaterial. Dies bedeutet, dass beim Bau der Fabrik 56 nicht nur Ressourcen geschont, sondern auch Abfallprodukte nachhaltig recycelt werden.

Der Mensch im Zentrum

Die soziale Verantwortung als Arbeitgeber spiegelt sich auch in Factory 56 selbst wider. Das gesamte digitale Konzept stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Nach einem erfolgreichen Start werden in Factory 1,500 mehr als 56 Mitarbeiter in zwei Schichten arbeiten. Sie werden bei ihrer täglichen Arbeit durch zahlreiche Innovationen bestmöglich unterstützt. Die Arbeit am Fließband soll die Mitarbeiter bei ihrem Wunsch nach einer gesunden Lebensbalance unterstützen. Der gesamte Standort beschäftigt rund 35,000 Mitarbeiter.

Ergonomie ist ein besonders wichtiger Faktor in Fabrik 56: Alle Montagestufen wurden frühzeitig auf ihre ergonomische Verträglichkeit geprüft, damit notwendige Verbesserungen vorgenommen werden konnten. Die Fahrzeuge auf der Linie können durch eine Auswahl von Fördersystemen, beispielsweise rotierenden Überkopfförderern oder mobilen Plattformen, in die für die Mitarbeiter günstigsten Arbeitspositionen gebracht werden.

Zahlen und Fakten zur Fabrik 56

  • Bauzeit: 2½ Jahre
  • Gesamtgrundfläche 220,000 Quadratmeter, entsprechend 30 Fußballfeldern
  • Ausgegrabene Erde: ca. 700,000 Kubikmeter
  • Der beim Bau verwendete Stahl: ungefähr 6,400 Tonnen, fast so viel wie der Eiffelturm in Paris
  • Das verwendete Betonvolumen: ca. 66,300 Kubikmeter, entsprechend ca. 150 Familienhäusern
  • Für das Hauptgebäude wurde recycelter Beton verwendet
  • Mehr als 12,000 Photovoltaikmodule mit einer Leistung von mehr als 5,000 kWp (Kilowattspitze)
  • Eine Energiebank der Mercedes-Benz Energy GmbH mit 1,400 kWh Leistung
  • Länge des Regenrückhaltekanals fast 1 Kilometer, maximale Tiefe 17 Meter, Durchmesser 3 Meter
  • Hochleistungs-WLAN und 5G-Mobilfunknetz als Basis für die vollständige Digitalisierung von Factory 56